Kellerabdichtung: Verfahren im Überblick
Kellerabdichtung ist kein einzelnes Verfahren, sondern eine Familie von Lösungen für unterschiedliche Feuchtequellen. Wer das falsche Verfahren wählt, dichtet am Problem vorbei. Dieser Überblick ordnet die Verfahren ihren Ursachen zu — die genaue Ursache klären Sie am besten vorab, etwa über den Ratgeber zum feuchten Keller.
Erst die Ursache, dann das Verfahren
Drei Feuchtequellen verlangen drei verschiedene Antworten: von außen eindringendes oder drückendes Wasser, aufsteigende Feuchte aus dem Boden und Kondensation an kühlen Wänden. Nur die ersten beiden sind ein Abdichtungs- bzw. Sperrthema; Kondensation ist ein Lüftungsthema.
Welche Abdichtung passt zu Ihrem Keller?
Die Verfahrenswahl steht und fällt mit der Ursache. Laden Sie ein Foto Ihrer Kellerwand hoch — Sie bekommen eine Einschätzung, welche Feuchtequelle am wahrscheinlichsten ist und welcher Weg sinnvoll wäre.
Wandbefund startenAußenabdichtung (Aufgraben)
Die Wand wird von außen freigelegt und mit einer neuen Abdichtung (Bitumendickbeschichtung, Dichtungsbahn) sowie meist einer Drainage versehen. Aufwändig und je nach Zugänglichkeit teuer, aber gegen von außen wirkendes Wasser die zuverlässigste Lösung.
- Wirkt dort, wo das Wasser tatsächlich ansteht — an der Außenseite.
- Ermöglicht gleichzeitig eine nachträgliche Perimeterdämmung.
- Nicht immer möglich (Grenzbebauung, Anbauten, Leitungen).
Innenabdichtung
Wenn Aufgraben nicht geht, dichtet man von innen — etwa mit mineralischer Dichtschlämme auf der Wandinnenseite oder per Schleierinjektion, bei der ein Gel durch die Wand ins angrenzende Erdreich gepresst wird und dort einen abdichtenden Schleier bildet. Diese Innenverfahren haben klare Grenzen bei drückendem Wasser.
Eine Innenabdichtung hält das Wasser aus dem Raum, nicht aus der Wand. Das Mauerwerk bleibt nass; bei drückendem Wasser sind nur dafür geprüfte Systeme geeignet. Ohne Ursachenklärung kann eine dichte Innenschicht Feuchte und Salze sogar aufstauen.
Abgrenzung zur aufsteigenden Feuchte
Zeigt die Wand ein bodennahes Feuchteband mit Salzrändern, ist die Ursache meist nicht seitlich eindringendes Wasser, sondern aufsteigende Feuchtigkeit. Dagegen hilft keine Flächenabdichtung, sondern eine Horizontalsperre. Häufig sind nach der Trocknung zusätzlich Sanierputz-Arbeiten sinnvoll.
Was eine Kellerabdichtung kostet
| Leistung | Grober Rahmen |
|---|---|
| Innenabdichtung (Dichtschlämme) je m² | 60–120 € |
| Schleierinjektion je m² | 150–350 € |
| Außenabdichtung inkl. Aufgraben je lfd. Meter | 300–600 € |
Grobe Spannen ohne Objektkenntnis — Tiefe, Zugänglichkeit, Wasserdruck und Bodenart bestimmen den Preis maßgeblich. Angebote aus dem Verzeichnis lassen sich so besser vergleichen.